Verfasst von: danielbaulig | 17. September 2009

Back from Berlin!

Von letzter Woche Freitag bis zum gestrigen Mittwoch war ich mit einem Freund, Simon, in Berlin. Von Fulda aus fuhren wir mit einer Mitfahrgelegenheit für läppische 15 EUR bis nach Berlin. Untergekommen sind wir bei Freunden von Simon (an dieser Stelle nochmals vielen Dank!). Noch am selben Abend trafen wir uns mit Jörg Tauss und einer ganzen Gruppe weiterer interessierter zu einer Reichstagsführung. Die Führung war sehr interessant und hat nicht zuletzt auch aufgrund des anschließenden gemeinsamen Bieres eine Menge Spaß gemacht. Simon bekam sogar die Piratenpartei Flagge von Tauss geschenkt unter der Auflage diese am folgenden Tag zu tragen! Der anschließende Besuch des „Rosi’s“ mit unseren Beherrbergern war nicht minder spaßig und so kamen Simon und ich erst am frühen nächsten Morgen zur Ruhe.

Die Ruhe sollte allerdings nicht lange wären, denn für 15 Uhr war Freiheit statt Angst angesetzt und wir wollten auf keinen Fall zu spät kommen. So schafften wir es nicht einmal mehr vorher zu Frühstücken. Auf der Demo trafen wir dann auch wieder Leute von der Führung Tags zuvor. Die Demo war gut organisiert, bunt, laut, (weitestgehend) friedlich und hat eine Menge Spaß gemacht. Nach einem Abstecher beim Asiaten um Frühstück, Mittagessen und Abendbrot nachzuholen feierten wir noch ein wenig zu den Bands, die anschließend auf der Bühne spielten. Später am Abend entschieden wir uns nochmal in Friedrichshain, wo auch unsere Unterkunft war, los zu ziehen. Nach einem Bier im „Zimt und Zunder“ und einem Stopp vor dem „Lauschangriff“ entschieden wir uns mit ein paar vor’m Lauschangriff kennen gelernten Leuten nochmal in den „Fischermann“ zu gehen. Dort gibt es den wohl abgeranztesten Billard Tisch den ich je in meinem Leben gesehen habe. Definitiv einen Besuch wert! 🙂

Sonntag wollten wir eigentlich für weiteres Sight-Seeing nutzen, entschieden uns dann aber aufgrund des sehr durchwachsenen Wetters auf der Couch zu bleiben. Am Montag holten wir dann etwas Sight-Seeing nach, arrangierten eine Mitfahrgelegenheit für den nächsten Tag und entschieden uns spontan die Mahnwache gegen Polizeibrutalität zu besuchen. Dass Curry 36 nur einen Katzensprung entfernt lag, traf sich überaus gut 🙂

Für Dienstag war Abreise geplant. Wir räumten die Wohnung auf, packten unseren Kram und machten uns auf in Richtung Zoologischer Garten, wo wir abgeholt werden sollten. Dort nutzten wir die Gelegenheit und gingen nochmal ins nahe gelegene Hard Rock Cafe Berlin. Als wir dieses um kurz nach 15 Uhr verließen um bis spätestens 16 Uhr am verabredeten Platz zu sein erhielt ich eine Nachricht, dass unsere Mitfahrgelegenheit uns aufgrund fadenscheiniger Argumenten nicht mitnehmen könne. #epicfail
Da wir beide kein Smartphone haben suchten wir uns das nächste Internet Cafe (wie gut, dass es die Dinger wirklich noch gibt) und versuchten noch eine Mitfahrgelegenheit bis spätestens 19 Uhr zu finden. Später ginge nicht, da wir sonst in Frankfurt ohne Möglichkeit nach Hause zu kommen festsitzen würden. Leider ohne Erfolg. Eine Mitfahrgelegenheit für den nächsten Tag war schnell gefunden und so fuhren wir nach einer kurzen Nacht erst am folgendem Morgen um 6:00 Uhr los in Richtung Frankfurt. Nachdem unsere Fahrerin uns in nur 4 1/2 Stunden (sic!) nach Frankfurt gefahren hat machte ich mich nochmal kurz auf zur FH (mir fehlte noch mein Semesterticket) und fuhr dann mit dem Zug nach hause. Home sweet home.

Alles in allem war der Kurzurlaub in Berlin ein tolles Erlebnis. Die Stadt ist wunderbar; man könnte sich glatt in sie verlieben! Ich freue mich auf nächstes Jahr wenn es wieder heißt „Freiheit statt Angst“!

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Verfasst von: danielbaulig | 10. September 2009

Freiheit Statt Angst

Am Samstag ist es soweit: die größte Bürgerrechts Demo aller Zeiten steht in Berlin an. Wer für Samstag also noch nichts vor hat und ein paar Euro für die Anreise übrig hat sollte um 15 Uhr am Potsdamer Platz sein. Die Wettervorhersage ist prima, das Programm großartig und der Kampfgeist ungebrochen! Wir sehen uns auf der Freiheit Statt Angst Demo!

Verfasst von: danielbaulig | 28. August 2009

Der Überwachungsstaat der CDU

Ein Freund kam heute auf mich zu und meinte er hätte eine unglaubliche Story erlebt. Aber bitte lest das Chat-Log selbst:

Person A(12:35):
ei gude
Person B (Azubi bei der Bahn)(12:35):
na wie gehts
^^
ich hab ne kleine story für dich also..
ich hab am diennstag die merkel getroffen… und da war auch ne frage runde dabei ich stell halt ne frage und zwar

Person B(12:36):
glauben sie das die ( wie sie in der 45 minütigenb ansprache davor erzählt hat ) freie denkende jugent die sich über das internet global verbindet so eine partei wie die cdu wählt
dann war kurz ruhe xD

Person A(12:36):

Person B(12:37):
und dann nahm sie die nächste frage dran…. da wurd ich ein wenig lauter und meinte das ich wenigstens ein statment erwahrtet hätte
darauf ihn wurde ich des saales verwießen und mir wurde vorgewurfen ein unruhe stifter von den piraten zu sein -.-.

Person A(12:37):
nein nicht im ernst
Person B(12:37):
weil ich mal vor 3 jahren oder so was für die unterschrieben habe
das die in hessen als partei annerkant werden
hart oder

Person A(12:38):
ach du scheiße
Person B(12:38):
daten schutz is net mehr ne
Person A(12:38):
die haben das echt gewusst?
Person B(12:38):
japs
Person A(12:38):
das is ja krank
Person B(12:38):
und weil ich der einzigste war der sowas gemacht hat mal haben die mich von anfang an im auge gehabt

So funktioniert das also heute: erst einmal politische Überprüfung der Gäste, gehören sie zum falschen Lager und stellen vielleicht auch noch die falschen Fragen werden sie ignoriert oder einfach gleich aus dem Saal geworfen. Das ganze spielte sich am 25.08.09 im ICE Werk Berlin-Rummelsburg ab, wo Bundeskanzlerin Angela Merkel rund 1400 Auszubildende der Bahn traf. Trotz etlicher anwesender Kamera-Teams konnte ich keine Aufzeichnungen zum Vorfall bisher im Netz finden. Wer visuelles oder Audiomaterial dazu hat, bitte melden!

Verfasst von: danielbaulig | 27. August 2009

23 Gründe Trollkommentare freizuschalten

Zunächst einmal möchte ich mich für das überragende Feedback zu meinem gestrigen Blog 23 Gründe Piratenpartei zu wählen bedanken. Soviel Aufmerksamkeit bin ich hier normalerweise nicht gewohnt.
Leider scheinen aber einige Leute den Charakter meiner Liste falsch verstanden zu haben. Die Liste sollte nie jemanden überzeugen, todernst oder gar vollständig sein. Viele der genannten Punkte waren nicht ernst gemeint (zB Pirates > Ninjas – Anspielung auf Ninjas vs Pirates Meme) noch frei von Ironie (zB Die PIRATEN haben, im Gegensatz zu den anderen Parteien, noch keinen einzigen ihrer Wähler enttäuscht – wie auch, ohne jemals an einer politischen Entscheidung beteiligt gewesen zu sein?)
Andere Punkte sollten zum Denken anregen (zB die Anspielung zu Isaac Newtons Zitat – gerade diesen Punkt scheinen die meisten allerdings nicht einmal einordnen zu können) und andere sind bloße Nennungen von Punkten aus dem PIRATEN Parteiprogramm.
Leider haben das nicht alle Leute so erkannt, vielleicht fehlt es mir da noch etwas an Bloggertalent, trotzdem freue ich mich, dass ich so vielen ein Thema zum Kommentieren und Bloggen geboten habe. Passiert ja sonst nichts den ganzen Tag – und so macht’s ja dann doch auch mehr Spaß 😉

Verfasst von: danielbaulig | 26. August 2009

23 Gründe Piratenpartei zu wählen

Ich möchte euch heute 23 Gründe nennen warum man am 27.09.09 die Piratenpartei wählen sollte. Wenn ihr eigene Gründe habt, die ich nicht aufzähle, dann steht es euch selbstverständlich frei diese in den Kommentaren zu nennen! Auf gehts:

  • Die PIRATEN sind die einzige aufrichtige Partei
  • Die PIRATEN machen als einzige Partei ernst zu nehmende Netzpolitik
  • Die PIRATEN machen als einzige Partei ernst zu nehmende Bürgerrechtspolitik
  • Die PIRATEN haben als einzige Partei den Kurs unseres Staates in Richtung Überwachungsstaat erkannt
  • Die PIRATEN sind dynamisch, nicht so stark ideologisiert wie klassische Parteien
  • Die PIRATEN repräsentieren die neue Generation, die Generation C64 oder Digital Natives
  • Die PIRATEN haben kein Allheilmittel für alle Gesellschaftlichen Probleme – genau wie die anderen Parteien – aber wenigstens stehen sie dazu.
  • Die PIRATEN sind wirklich basisdemokratisch.
  • Jeder kann bei den PIRATEN mitmachen, selbst ich, der noch kein Mitglied ist.
  • Die PIRATEN vertreten moderne Politiksysteme (z.B. Liquid Democracy)
  • Die PIRATEN machen einen hervorragenden Wahlkampf – vor allem im Netz.
  • Die PIRATEN wollen die Privatkopie wieder legalisieren.
  • Die PIRATEN treten für OpenAccess und offene Formate ein.
  • Die PIRATEN stehen auf den Schultern von Riesen.
  • Pirates > Ninjas
  • Sid Meier’s Pirates! ist ein erstklassiges Spiel!
  • Die PIRATEN sind extrem – extrem innovativ!
  • Die PIRATEN haben ein FlossFloß!
  • Die PIRATEN treten ein für Jugendkultur in Form von Paintball und sog. „Killerspielen“
  • Die PIRATEN haben, im Gegensatz zu den anderen Parteien, noch keinen einzigen ihrer Wähler enttäuscht
  • Die PIRATEN machen solche Aktionen
  • Die PIRATEN haben einen echt guten Wahlwerbespot
  • Die PIRATEN sind klar zum ändern!
Verfasst von: danielbaulig | 10. August 2009

Bestechung an Tim „Pritlaaaf“ Pritlove: Chaosradio Express

Heute möchte ich euch einen (mehr oder minder) regelmäßig erscheinenden Podcast vorstellen, nämlich das „Chaosradio Express“ moderiert von Tim Pritlove.
Im Chaosradio Express geht es regelmäßig über diverse technische und netzpolitische Themen. Für Nerds wie mich (und euch?) also genau das richtige!
Tim versteht es technische und im Kern trockene Themen mit guter Unterhaltung zu verflechten und einen erstklassigen Podcast zu liefern. CRE gehört inzwischen zu meinen absoluten Lieblingspodcasts!

Damit wir in den nächsten Tagen weiter folgen von CRE bekommen möchte Tim von uns bestochen werden: CRE: Kettenblogging für den Weltfrieden. Für jeweils 23 Blogeinträge zu CRE in der Kette bietet er uns einen weiteren CRE Podcast!
Eigentlich hatte ich ja vor einen Tweet zu liefern um etwas aus der Reihe der 08/15 Blogger herauszuragen – und mir Arbeit zu sparen ;D – , aber leider wäre damit der Link auf den nächsten Blog der Reihe nicht möglich gewesen. Darum jetzt doch ein klassischer Blogeintrag.

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Verfasst von: danielbaulig | 31. Juli 2009

Deutsche gehören zu den Fleißigsten in Europa

Spiegel Online berichtet heute: Deutsche gehören zu den Fleißigsten in Europa.

Nach Angaben der EU-Behörde zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Dublin bildet Frankreich demnach mit 38,4 Wochenstunden das Schlusslicht im europäischen Vergleich, Spitzenreiter ist Rumänien mit 41,8 Stunden.

Frankreich also Schlusslicht und Rumänien Spitzenreiter. Verquere Welt. Ich würde meinen in einer Zeit in der die meisten westlichen Staaten enorme Probleme mit Arbeitslosigkeit haben, Rationalisierungen die menschliche Arbeitskraft immer unnötiger machen und Menschen sich einen zweiten und dritten Job suchen müssen weil die mickrigen Löhne nicht mehr genügen um mit nur einem Job über die Runden zu kommen, ja, in einer solchen Zeit brüstet man hohe brutto Wochenstunden mit Fleiß und ist stolz darauf, dass man mehr arbeitet als die faulen Franzosen? Ich könnt heulen. Verstehen die eigentlich garnichts?

Verfasst von: danielbaulig | 14. Juli 2009

Gedanken zu Kapitalismus, Arbeit und Sozialsysteme

Seitdem ich letzte Woche den „Not Safe for Work“ Podcast von Tim Pritlove und Holger Klein mit dem Titel „Alte Kugelschreiber“ gehört habe lässt es mich nicht mehr los. Im NSFW fiel unter anderem das Thema Bedingungsloses Grundeinkommen und es wurde die Frage in den Raum gestellt warum die durch Rationalisierung erwirtschafteten Profite nicht den Menschen zur Verfügung gestellt werden, die durch eben diese Rationalisierungen ihren Arbeitsplatz verloren haben. Seitdem schwirrt dieser Gedanke in meinem Kopf umher und will mich nicht mehr in Ruhe lassen.

Ich bin in Wirtschaft nicht besonders bewandert, auch wenn ich auf meinem BWL Schein eine 1 stehen habe. Ich möchte aber dennoch ein – oder eher zwei – Gedankenexperimente wagen. Seit geraumer Zeit mache ich mir Gedanken zur Zukunftstauglichkeit unseres Wirtschaftssystems. Die Finanzkrise hat meine Befürchtungen, dass System werde langfristig nicht funktionieren, nur untermauert. Ich versuche euch meine Gedanken etwas darzulegen…

Warum das Kapital ein Interesse an niedrigen Löhnen hat
Grundsätzlich lassen sich Produkte in zwei Kategorien unterteilen. Nämlich günstige, industriell produzierte Produkte minderer Qualität und teure, manuell produzierte Produkte höherer Qualität. Die Grenzen sind selbstverständlich fließend und in manchen Branchen ist der generelle Anteil an maschineller oder manueller Arbeit größer oder kleiner als im Schnitt. Generell kann man aber in diese zwei Kategorien pauschalisieren. Bemerkenswert ist, dass je größer ein Produktionsbetrieb ist, desto einfacher fällt ihm die Produktion von Produkten der ersten Kategorie und je kleiner ein Produktionsbetrieb ist, desto einfacher fällt ihm die Produktion von Produkten aus der zweiten Kategorie. Ein kleines, mittelständiges Unternehmen kann sich eben keine hochtechnisierte Fertigungsstraße zur Massenproduktion leisten – die Qualitätskontrolle aber zum Beispiel, fällt in der Massenproduktion höchstens Stichprobenartig aus. Ein Massenbetrieb hat es somit schwieriger Qualitativ hochwertige Ware zu produizeiren.
Darum gibt es einen großen Markt mit günstigen, qualitativ schlechteren Produkten (Discounter jedweder Art). Die „Global Player“ können nur einen solchen Markt effizient bestücken. Nun bedarf es aber eben auch an Abnehmer für einen solchen Markt. Da aber nur Menschen, die nicht über das nötige Kleingeld verfügen um die teureren, qualitativ hochwertigeren Produkte zu kaufen, überhaupt Produkte der schlechteren Kategorie kaufen, benötigt das Kapital eine breite Schicht an schlecht verdienenden Abnehmern, die sich nichts anderes Leisten können als die Produkte aus der Massenfertigung. Je größer die Produktionsbetriebe werden, desto stärker wird dieser Trend. Die Produzenten haben also nicht nur ein Interesse ihre Arbeitnehmer schlecht zu bezahlen um Lohnkosten einzusparen sondern vor allem auch um einen Abnehmermarkt für ihre günstigen Produkte zu haben! Es traf mich wie ein Schlag als mir das bewusst wurde!

Warum unsere Sozialen Sicherungssysteme Versagen werden und das Konzept Erwerbsarbeit tot ist
Mit der Industrialisierung kamen die Maschinen. In den ersten Jahren konnten die Maschinen vor allem die Produktivität steigern. Sie waren komplementär zu menschlicher Arbeitskraft. In den letzten Jahrzehnten jedoch wird Roboter- und Computertechnik immer effizienter und Maschinen ersetzen zunehmend menschliche Arbeitskraft. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren noch zuspitzen. Computer- und Robotertechnologie wird immer weiter menschliche Arbeitskraft verdrängen bis hin zu dem Punkt wo Roboter fast die gesamte Arbeit automatisiert erledigen werden können. Durch immer modernere Technik und immer weiter fortschreitende Rationalisierung werden immer mehr Menschen ohne Erwerbstätigkeit sein. Dieser Trend ist nicht abstreitbar und auch nicht vermeidbar. Die Utopie, dass eines Tages Maschinen die gesamte Arbeit für die Menschheit erledigen werden wird immer mehr zum Alptraum für Erwerbstätigen! Sollte darum der Profit, den Unternehmen aus Rationalisierung schöpfen, nicht zurück an die Gesellschaft fließen? Immerhin ist Rationalisierung offensichtlich gesellschaftsschädigend! Außerdem entspringt die Technologie, die die Rationalisierung überhaupt erst ermöglicht hat aus einer Gesamtgesellschaftlichen Anstrengung in Form von Forschung, Bildung und Wissenschaft!

Dieses Dilemma gilt es in den nächsten Jahrzehnten zu überwinden, sonst wird unsere Gesellschaft daran zerbrechen. Mögliche Ansätze die zu einer Lösung beitragen könnten:

– Arbeitnehmer dürfen nicht zu Lohnmarionetten der Arbeitgeber verkümmern! (zB durch einen gesetzlichen Mindestlohn)
– die Gesellschaft muss ihr Anrecht am Profit durch Rationalisierung einfordern! (zB in Form einer Besteuerung von Maschinenarbeit)
– es wird in Zukunft keine Flächendeckende Erwerbsarbeit mehr geben, die Gesellschaft muss für diese ohne Erwerbsarbeit sorgen! (zB durch ein bedingungsloses Grundeinkommen)

Mich würden auch eure Gedanken zu dem Thema brennend heiß interessieren, egal ob ihr mir beipflichten, meine Ideen kritisieren oder eure eigenen Ideen einbringen wollt!

Verfasst von: danielbaulig | 7. Juli 2009

Thiesen, PIRATEN und die Entrüstung der Blogosphäre

Ein Aufschrei geht durch die Blogosphäre. Bodo Thiesen, Mitglied der Piratenpartei, auf dem Bundesparteitag ’09 der PIRATEN zum stellvertredenden Schiedsrichter gewählt, hat eine fragwürdige Ansicht bezüglich deutscher Vergangenheit. Kurz und Knapp: Bodo hat vor ein paar Jahren Kommentare von sich gegeben die man als Leugnung des Holocaust interpretieren könnte, zumindest aber in die rechtsradikale Verschwörungstheorien-Ecke zu stellen sind. Der politische Skandal ist perfekt. Und im Gegensatz zu dem was man erwartet treten nicht die klassischen Medien den Skandal breit, sondern die Blogsphäre lässt ihre Bluthunde los. Wenige Wochen nachdem die „Generation C64“ sich gefunden hat, eine gemeinsame Identität entdeckt hat und gemeinsam für ihre Ziele aufgestanden ist bricht „Bürgerkrieg“ in der Community los. Doch ist die Empörung überhaupt angebracht?

Die PPD hat Stellung bezogen zu Thiesen’s Äußerungen und fordert ihn zu einem klaren Widerruf auf.

Dass Thiesen in ein Amt gewählt wurde hängt in erster Linie vermutlich auch daran, dass ein Großteil der “Jungpiraten” keine Ahnung von ihm und den Eklat um ihn hatten. Der alte Parteivorstand hat ganz klar versagt bezüglich Thiesen, der neue Vorstand gibt sich alle Mühe die Versäumnisse des alten Vorstands auszugleichen.

Ich finde die Entrüstung, die durch die Blogosphäre geht verständlich, aber ich finde es genauso unverständlich, dass die PIRATEN gleich zum Grab-Schaufeln abgestellt werden und aktiv torpediert werden. An dem Parteiprogramm hat sich durch Thiesen nichts geändert. Der neue Vorstand beweist, dass es ihm ernst in dem Anliegen ist. Und die Basis der Partei war regelrecht entsetzt über die Zusammenhänge, die den meisten wohl nicht bekannt waren. Ich glaube die Partei hat bewiesen, dass sie durchaus in der Lage ist die gemeinsame Wertebasis zu verteidigen.

Die Basis hat sich unmissverständlich gegen Thiesen gewehrt und der neue Vorstand der PPD hat angemessen reagiert. Die PPD nun zu zerfleischen ist absolut nicht angebracht und im Endeffekt doch nur Wasser auf die Mühlen der Zensierer, Killerspiele-Verbieter, Vorratsdatensammler und Netzneutralitätsgegner.

Update 08.07.2009: Thiesen hat sich von seinen Äußerungen distanziert.

Verfasst von: danielbaulig | 19. Juni 2009

Zwietracht, Unrecht und Unterdrückung

Einst gab es sie, die deutschen Ideale und nationalen Leittugenden: Einigkeit, Recht und Freiheit. Gestern, am 18.06.09 war damit vorbei. Das „Zensursula-Gesetz“ wurde vom Bundestag verabschieded mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und der Enthaltung einiger Grüner Abgeordneten. Diese Parteien haben sich nun zumindest für mich in den nächsten Jahren jeglicher Wählbarkeit entzogen.

Durch die Verabschiedung dieses Gesetz wurde zum ersten mal seit 1949 ein gesetzliches Instrument zur Zensur installiert und die demokratisch-freiheitlich wichtige Gewaltenteilung aufgehoben. Als ich heute die Abstimmung im Bundestag verfolgt habe wäre ich am liebsten die rund 600 Kilometer nach Berlin gefahren und hätte jedem Abgeordneten der mit „JA“ gestimmt hat einzeln eine Schelle verpasst.Eine Liste, die zeigt welcher Abgeordneter wie abgestimmt hat gibt es auf netzpolitik.org zu sehen – falls jemand meinen Gelüsten noch nachgehen möchte.

In jedem Fall bitte ich euch darum die Kandidaten die mit „NEIN“ gestimmt haben bei den kommenden Bundestagswahlen nicht zu wählen, sollten sie als Direkt-Kandidat in euren Bezirk antreten. Auch bitte ich euch in keinem Fall SPD oder CDU/CSU Listen zu wählen, da sich diese Parteien als Fraktion hinter diese Unglaublichkeit von Gesetz gestellt haben.

Hoffen wir, dass das Gesetz im Bundesrat oder im Zweifel vor dem Verfassungsgericht scheitern wird. Vielleicht hat Herr Köhler ja auch mal wieder verfassungsrechtliche Bedenken. Denn die Lobbyisten stehen bereits in den Startlöchern für die Ausweitung des Gesetzes.

PS: Großen Dank geht an die Abgeordneten der SPD und CDU/CSU die entgegen der Empfehlung ihrer Fraktion GEGEN das Gesetz gestimmt haben. Es bräuchte mehr Menschen (und vor allem Politiker) ihres Kalibers in Deutschland. Besonderen Dank geht an Jörg Tauss dessen bwegende Rede im Anschluss an die Abstimmung wohl alles wichtige zu diesem Thema gesagt hat.

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